Spitzenklöppeln ist die Herstellung von Zierspitzen und Borten für Tisch-, Bett- oder auch Leibwäsche. Früher wurden auch die Vorderseiten der Regalbretter in Wäscheschränken als Stolz der Hausfrau mit derartigen, meist aus Leinenzwirn verschiedener Stärke in verschiedenen Mustern und Kombinationen kunstvoll hergestellten Spitzen versehen.
Zum Klöppeln benötigt man eine Klöppelkugel mit aufgelegtem Klöppelbrief (Arbeitsvorlage), auf der die Fäden und die damit bereits hergestellten Spitzenteile mittels Stecknadeln festgehalten werden. Außerdem braucht man eine ganze Anzahl besonders geformter, gedrehter „Klöppelhölzer“, um welche die noch unverarbeiteten Fäden aufgewickelt sind. Die an ihren Fäden von der Klöppelkugel herabhängenden Hölzer werden von sachkundiger Hand mit oft artistischer Fingerfertigkeit gedreht und gekreuzt, wodurch sich die Fäden ineinander verschlingen und das gefertigte Spitzenband immer länger wird.

Was früher mühsamer Broterwerb war, erfährt heute hobbymäßig eine ungeahnte Renaissance. Heute beherrschen wieder einige Hülbener Frauen diese alte Kunst und können sie künftigen Generationen weitergeben.


Neue Vorhänge für das Rathaus

30.03.2012
Zum Einzug ins neue Rathaus vor über 20 Jahren hat auch die Klöppel-Kunst Einzug in das Verwaltungsgebäude erhalten. Insgesamt 5 Frauen haben seinerzeit in mühevoller Arbeit
Bordüren und Einsätze an die acht Vorhänge im Amtszimmer des Bürgermeisters geklöppelt.

Viel beachtet und bewundert wurden diese Arbeiten in den vergangenen Jahren. Nachdem die Vorhänge brüchig wurden und somit ausgetauscht werden mussten, hat Bürgermeister Siegmund Ganser wieder Kontakt mit den Klöppelfrauen gesucht. Traude Bock, Irmgard Martin und Ruth Rausenberger haben sich wieder bereit erklärt, für das Amtszimmer zu klöppeln. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Seit einigen Tagen ist nunmehr die Klöppel-Kunst im Rathaus wieder zu sehen und führt die „Tradition“ nahtlos fort.

In einem Gespräch dankte der Bürgermeister den Damen für die vielen geleisteten Klöppel-stunden und freute sich sehr über die neuen Vorhänge. „Diese wunderschöne Kunst gehört zu Hülben und gehört deshalb auch ins Rathaus“, so Siegmund Ganser. Die Arbeitsstunden sind nicht hoch genug zu bewerten, so der Rathauschef weiter. Der Lohn seien die vielen bewundernden Blicke der Besucher.

Als kleines Dankeschön überreichte er den drei Klöpplerinnen einen Blumenstrauß.