Plastik am Rathausbrunnen


Bei langen Trockenperioden herrschte in früheren Zeiten auf der Alb Wasserknappheit. Den Frauen aus Hülben blieb dann nichts anderes übrig, als ins Kaltental zum Heiligenberg-Brünnele zu gehen, um hier das lebensnotwenige Nass zu schöpfen.

Der Brunnen vor dem Rathaus zeigt eine solche Szene:
Zwei Frauen sind im Gespräch vertieft, während ein Kind am Rock seiner Mutter zieht und zur Eile mahnt. Eine der Frauen hat den Wasserbehälter bereits gefüllt auf dem Kopf und schickt sich an, den mühseligen Heimweg anzutreten, während die andere Frau ihren Trog gerade am Brunnen füllt. Ausgezehrt wirken die Gesichter, vom harten Leben auf der Alb gezeichnet.

Diese Skulptur aus Bronze steht vor mehreren Steinquadern, welche die zerklüftete Alb stilisieren sollen. Aus den terrassenförmig angeordneten Granitblöcken und –platten tritt bewusst nur in Rinnsalen und aus dünnen Ritzen das erfrischende und Leben spendende Nass aus, eben um der Natur der Hülbener Landschaft treu zu bleiben.

Geschaffen hat den Brunnen Monika Geiselhart, die – wie sie selbst sagt – in Hülben schon fast als „Haus- und Hofkünstlerin“ gilt, da sie hier schon mehrere Kunstobjekte geschaffen hat.

Die ersten Entwürfe der Bronze-Skulptur sind im Jahr 1988 entstanden. Insgesamt drei immer wieder überarbeitete Modelle aus Gips im Maßstab eins zu zehn wurden dem Gemeinderat vorgelegt, bevor es an die Herstellung des Originals ging. Ursprünglich stellte sich die Künstlerin „etwas Abstraktes“ vor, doch letztendlich hat man sich für eine gegenständliche Darstellung entschieden, was Monika Geiselhart im Nachhinein für Hülben auch passender erschien.