Wasserversorgung


Der Kern der Gemeinde Hülben liegt auf Basalttuff, die Markung auf Kalk des oberen Weißen Juras. Da Basalttuff das Wasser staut, war früher die Anlage von Schacht- und Druckbrunnen möglich. In trockenen Jahren versiegten diese Brunnen, so dass die Bevölkerung an den nahegelegenen Quellen Wasser holen mußte. 1912 wurde eine Wasserleitung gebaut, und das Wasser der Kaltentalquelle wird seither in einen Hochbehälter gepumpt. Außerdem ist die Gemeinde seit 1955 Mitglied der Blau-Lauter-Gruppe, die auf Ende 1993 mit der Landeswasserversorgung fusioniert hat, um auch bei spärlichem Fluß der Kaltentalquelle mit Wasser versorgt zu sein. Die Markungsgrenze von Hülben verläuft fast überall am Albtrauf und endet auf der Hochfläche beim „Burrenhof“.

Die Gemeinde Hülben ist seit 1953 Mitglied des Zweckverbands Blau-Lauter-Gruppe, welche zwischenzeitlich im Zweckverband Landeswasserversorgung mit Sitz in Stuttgart eingegliedert ist. Von diesem Wasserversorgungsverband bezieht die Gemeinde Hülben heute in vollem Umfang das von den Bürgern und den Gewerbebetrieben benötigte Wasser, während bis 1997 etwa 20 % der benötigten Wassermenge mittels einer eigenen Quellfassung und Pumpstation vom Kaltental auf die Albhochfläche gepumpt wurde. Diese eigene Wasserversorgung musste zwangsweise geschlossen werden, nachdem in der Quelle – vermutlich durch Düngung auf der Albhochfläche – zu hohe Atrazinwerte gemessen wurden.

Das Wasser wird vom Zweckverband Landeswasserversorgung über eigene Leitungen zum Wasserhochbehälter der Gemeinde – etwa 500 Meter nördlich des Ortes am höchsten Punkte der Landesstraße Richtung Neuffen bzw. Grabenstetten gelegen – gepumpt, wo 2 Wasserbehälter mit jeweils 600 m³ Fassungsvolumen als Puffer vorhanden sind. Von dort muss es in den Ort gepumpt werden, da der Höhenunterschied von der Pumpstation zum Ort für den in den Haushalten und Betrieben notwendigen Druck nicht ausreicht und ein höherer Behälter (Wasserturm) wegen der Einflugschneise des Hülbener Fluggeländes nicht errichtet werden konnte.

Nach der Trinkwasseranalyse der Landeswasserversorgung und den Mittelwerten für das Jahr 2010 liegt die Wasserhärte derzeit bei 13,1° Gesamthärte. Dieser Wert gehört zum Härtebereich 2, mittlere Härte.

Zur Wasserversorgungssatzung im Bereich „Ortsrecht“

Abwasserbeseitigung

Bis zum Jahr 1988 hatte die Gemeinde Hülben eine eigene Kläranlage, deren Gelände seit dem Anschluss an den Abwasserverband Metzingen in den Jahren 1986 – 1988 vom Bauhof der Gemeinde genutzt wird.

Das Abwasser kommt über Hauptsammler vom Ort beim Bauhofgelände an, wo für den Fall von Starkregenfällen Regenüberlauf- und Regenrückhaltebecken vorhanden sind. Von dort wird das Abwasser durch eine eigene Leitung über das Mauchental bis zu den Abwasserkanälen der Stadt Bad Urach geleitet, bei welcher die Gemeinde Hülben ein Durchleitungsrecht erworben hat. Im Ermstal beginnen am Ende der Gemarkung der Stadt Bad Urach bereits eigene Abwassersammler des Abwasserverbands Ermstal, über welche das Abwasser zur Verbandskläranlage nach Metzingen geleitet wird.

Seit dem Jahr 2011 erfolgt die Gebührenbemessung für das Abwasser nicht mehr wie zuvor ausschließlich nach dem sogenannten Frischwassermaßstab, das heißt nach der bezogenen Frischwassermenge, sondern diese musste auf Grund seines Urteils des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg „aufgesplittet“ werden in eine Schmutzwassergebühr, welche sich weiterhin an der bezogenen Frischwassermenge orientiert sowie einer Niederschlagswassergebühr (Regenwassergebühr), welche sich am Umfang und Grad der versiegelten Fläche eines Grundstücks orientiert.

Zisternen

Zisternen sind Wasserspeicher, die über das Dach ablaufendes Regenwasser sammeln und so für Garten und Toiletten im Haus nutzbar machen. Platzsparend lassen sich die Behältnisse unterirdisch im Garten oder auch im Keller des Hauses einbauen.
Hinweis: In manchen Gemeinden Baden-Württembergs wird der private Zisternenbau von der Kommune finanziell gefördert. Die Gemeinde Hülben gewährt jedoch keine Förderung.

Generelle Zuständigkeit:
Gemeinde Hülben

Hinweis:
Der Einbau einer Zisterne bedarf keiner Baugenehmigung. Um die Standsicherheit und Dichtheit der Zisterne zu gewährleisten, empfiehlt sich eine Beratung durch Fachfirmen.
Allerdings muss der Einbau einer Zisterne nach der Wasserversorgungssatzung schriftlich der Gemeinde Hülben gemeldet werden.

Rechtsgrundlage:
Satzung der Gemeinde Hülben über die öffentliche Wasserversorgung, siehe Ortsrecht